Material und Verfahren

RICHTIG MACHEN

Für unsere Lösungen kommen die unterschiedlichsten Werkstoffe, Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren zum Einsatz. Die am häufigsten genutzten Materialien und Abläufe werden im folgenden Glossar erläutert.

Aluminium

Aluminium gilt häufig als korrosionsbeständiges Metall, was nur bedingt korrekt ist. Aluminium korrodiert zwar, bildet aber im pH-Bereich zwischen 4,0 und 9,0 eine stabile, schützende Oxidschicht an der Oberfläche. Außerhalb dieses Bereichs wird die Korrosion beschleunigt. Legierungen korrodieren schneller als reines Aluminium, am schnellsten dann, wenn Kupfer vorhanden ist. Allerdings verträgt sich Aluminium dank der Bildung entweder einer schützenden Oxidschicht oder Azetaten, die es gegen die oxidierende Substanz isolieren, mit Salzsäure, Nitraten und Essigsäure. Beim direkten Kontakt mit anderen Metallen – z.B. mit Kupfer oder Eisen – kann in einer feuchten Umgebung Korrosion auftreten. Kontakt mit rostfreiem Stahl hingegen ist unter normalen Gegebenheiten unbedenklich. Das Industrilas-Produktprogramm umfasst z.B. Scharniere und Stangenschlösser aus Aluminium.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Baustähle

Die besonderen Charakteristika allgemeiner Baustähle sind ihre Zähigkeit und hervorragende Schweißbarkeit. Kaltumformung und/oder Bleizusätze verleihen diesen Werkstoffen eine verbesserte Schneidbarkeit. Industrilas verwendet S235JR (SS 1312) z.B. für Gelenkdorne, Achsen oder Scharniere, sofern nichts anderes angegeben ist. S235JR (SS 1312) bezeichnet kaltgezogene Flachstähle und Rundstäbe mit gutem Oberflächenfinish, die leicht bearbeitbar und schweißbar sind. Baustähle werden zumeist in Teilen mit moderaten Festigkeitsanforderungen verwendet.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Bonderite NT

Bonderit ist ein bei Industrilas eingesetztes innovatives Vorbehandlungsverfahren für pulverbeschichtete Werkstücke auf Basis der Nano-Technologie. Die Multimetall-Vorbehandlung funktioniert primär mit Aluminium, Zink und Stahl. Das Verfahren bietet gegenüber beispielsweise der Eisen-Phosphatierung gesteigerten Korrosionsschutz und einen hervorragenden Haftgrund für die Applikation von Pulver. Die vier Spühlgänge gewährleisten eine verbesserte Prozessstabilität. Das Wasser wird durch Umkehrosmose mittels einer Membran bei minimalem Chemikalieneinsatz deionisiert.

Chromatieren

Chromatieren ist ein Verfahren zur Steigerung der Korrosionsbeständigkeit metallischer Bauteile und der Haftung für nachfolgende Emaille- oder Kunststoffschichten und eignet sich auch zu dekorativen Zwecken. Je nach der Chromatkonzentration im Bad lassen sich unterschiedliche Farben erzeugen:

  • Metallischglänzend
  • Hell-blau
  • Gelb
  • Grün
  • Bronze
  • Schwarz

Die Bäder enthalten unter anderem Chromsäure, Chromate, Zyanide und Säuren.

Entgraten

Beim Entraten werden Grate entfernt, Kanten verrundet, Zunder beseitigt oder die Oberflächenqualität von Werkstücken verbessert. Die Teile werden in eine drehende Trommel oder einen vibrierenden Behälter gegeben und stoßen sich gegenseitig die Grate ab - entweder ohne oder mit dem Zusatz von Schleifkörpern. Die Gratbeseitigung kann nass (häufigstes Verfahren) oder trocken erfolgen. Beim Vibrationsentgraten (auch Trowalisieren oder Tumbling genannt) werden dem Wasser oder Öl Chemikalien und Schleifmittel – z.B. aus Aluminiumoxid, Silikonkarbid, Stahl usw. – hinzugegeben.

Delrin

Delrin ist der Handelsname eines bestimmten Herstellers für Polyoxymethylen (Kurzzeichen POM). Dieser Kunststoff wird häufig anstelle von Metallbauteilen verwendet. Seine Hauptmerkmale sind geringes Gewicht, niedrige Reibwerte und gute Haltbarkeit, und er kann bei Temperaturen bis zu 90° C eingesetzt werden. Eine Reihe von Scharnierstiften im Programm von Industrilas werden aus Delrin hergestellt.

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ED-Beschichtung

Das ED-Beschichtungsverfahren (electrolytic dip coating = Aufbringen einer Schutzschicht in einem Elektrotauchbad) gilt als Alternative zur Pulverbeschichtung und eignet sich besonders, wenn die Einhaltung enger Toleranzen gefragt ist. Die ED-Beschichtung ist ein durch Elektrophorese kathodisch appliziertes Acryl-Urethan-Polymer. Die erzeugte Oberfläche ist relativ stark glänzend und dient damit einer dekorativen Funktion. ED-Coating kann auf Stahl, Aluminium, Zinkdruckguss, feuerverzinktem Stahl, elektrolytisch verzinkten Stahloberflächen usw. aufgetragen werden.

Das Verfahren bietet die Möglichkeit der Beschichtung von Metall mit einer sehr gleichmäßigen, extrem dünnen Oberflächenschicht (ca. 20-22 μm) mit hervorragender Haftung auf der gesamten Fläche. Die UV-beständige Schutzschicht ist porenfrei und bietet exzellenten Korrosionsschutz sowie hohe Verschleißfestigkeit. ED-Coating wurde von der schwedischen Arbeitsschutzbehörde als eines der umweltfreundlichsten Verfahren klassifiziert. Industrilas setzt es als alternative Oberflächenbehandlung für verschiedene Produkte ein.

Entfettung

Die Oberflächenveredelung ist häufig der letzte Schritt im Herstellungsprozess, dem in der Regel eine Art mechanischer Bearbeitung vorausgegangen ist, bei der Öl zu Schmier- oder Kühlzwecken diente.

Öl kann aber auch als Korrosionsschutz während der Zwischenlagerung der Werkstücke verwendet werden. Durch alkalische und saure Reinigung oder Entfettung mit einem Lösungsmittel (Trichlorethylen) werden Öle, Fette usw. vor der abschließenden Behandlung von der Werkstückoberfläche entfernt.

Demselben Zweck dient das Beizen zum Entfernen von Schmiedezunder, Walzhaut, Rost und anderen Oxidschichten. Das Beizen erfolgt gewöhnlich durch Eintauchen des Werkstücks in eine oder mehrere Säuren, geeignet sind daneben auch komplexbildende
Alkalisalze und Beizpasten (auch Elektrolytbeizen).

EPDM

Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) ist ein für vielfältige Anwendungen geeignetes Elastomer. Industrilas setzt EPDM-Kautschuk für unterschiedliche Arten von Dichtungsprofilen ein. Es weist eine hohe Beständigkeit gegenüber Wasser und Alkalien, nicht jedoch gegen Öl, Benzin und konzentrierte Säuren auf.

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Exloxieren, anodisieren

Beim Eloxieren oder auch Anodisieren wird die Metalloberfläche eines Werkstücks in ein unlösliches Oxid umgewandelt. Die entstandene Schutzschicht schützt vor Korrosion, dient dekorativen Zwecken, bildet eine gute Haftfläche für das Emaillieren oder das Aufbringen anderer Oberflächenüberzüge und verleiht dem Werkstück bestimmte elektrische und mechanische Eigenschaften.

Am besten lässt sich Aluminium eloxieren, geeignet sind aber auch Magnesium, Zink und Titan. Der Elektrolyt besteht aus gelöster Schwefelsäure oder Chromsäure.

FEST VERBUNDENE DICHTUNGEN (FIPFG-DICHTUNGSSYSTEME ODER PUR-DICHTUNGEN)

Im Rahmen der Produktentwicklung bei Industrilas bestücken wir in zunehmender Zahl Produkte mit „in situ“, d.h. direkt am Ort des Dichtungssitzes frei aufgetragenen, porösen Dichtungen, den sogenannten
FIPFG-Dichtungssystemen (Formed In Place Foam Gasket), auch als „PUR“- Dichtung (Polyurethan-
Dichtung) bekannt. 

Bei diesem Verfahren wird eine Dichtung aus flüssigem Dichtungsstoff, bestehend aus zwei-komponentigem Polyurethan, durch einen Roboter direkt auf das Bauteil aufgetragen. Beim Aushärten dehnt sich die Dichtung aus, und es entsteht eine flexible, poröse Dichtung als zuverlässige Barriere gegen eindringende Fremdkörper. Die festsitzende Dichtung vereinfacht die Montage, reduziert die Anzahl loser Teile und gewährleistet eine verbesserte Dichtigkeit.

Flachdichtungen

Flachdichtungen werden in Industrilas-Produkten z.B. zwischen dem Verschlussgehäuse und einem Türblech eingesetzt, um die Schutzart IP65 zu erlangen.

Die Flachdichtung besteht aus einer Mischung aus NBR (Nitril) und SBR (Styrol-Butadien-Kautschuk) mit hervorragender Chemikalien- und Ölbeständigkeit.

Automatenstähle

Hauptanforderung an diese Stähle ist ihre gute Schneidbarkeit. Die Schnittgeschwindigkeit muss dabei möglichst hoch gehalten werden. Die Späne sollten im Hinblick auf ihre Abführbarkeit möglichst kurz sein.

Industrilas verwendet 11SMnPb30 (SS 1914) z.B. in Stangenschlössern im Standardprogramm. 11SMnPb30 (SS 1914) bezeichnet einen bleilegierten Automatenstahl moderater Festigkeit. Seine Schneidbarkeit ist hervorragend, die entstehenden Späne sind kurz. Die Bearbeitung sollte für optimale Ergebnisse bei hoher Schnittgeschwindigkeit erfolgen. 

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

GF 30

Glasfaserverstärktes Polyamid (30% Glasfaseranteil). Siehe auch Polyamid-Kunststoffe (PA).

Hygiene-Anwendungen

Dieser Begriff bezieht sich auf die Norm „Sicherheit von Maschinen – Hygieneanforderungen an die Gestaltung von Maschinen“ (EN ISO 14159:2008).

Teile, Komponenten und Fertigungsanlagen haben ein Hygienedesign, wenn sie so gestaltet sind, dass sie sich leicht bzw. ohne großen Aufwand reinigen lassen. Bei der konstruktiven Gestaltung wird darauf geachtet, dass nach der Reinigung möglichst keine Bereiche zurückbleiben können, in denen sich Schmutz ansammeln und das Produkt (z.B. Lebensmittel) kontaminieren kann.

Das Produktdesign sollte eine wirksame und einfache Reinigung der Teile erlauben. Oft werden Materialien verwendet, die gegen Desinfektionsmittel und aggressivere Reinigungsverfahren (z.B. Dampfreinigung) beständig sind. Das Hygienedesign ist wichtig, um eine durchgängig hohe Lebensmittelqualität zu gewährleisten.

Industrilas Verschlüsse für Maschinengehäuse erfüllen die vorgenannte Hygienenorm.

Ein Beispielprodukt ist unser Hygiene-Vorreiber aus Edelstahl.

IP-Klassifizierungen

Die IP-Klassifizierung besteht aus zwei Ziffern: Die erste Kennziffer bezeichnet die Schutzart für Berührungs- und Fremdkörperschutz, die zweite den Schutz gegen Wasser. Je höher die Ziffer, desto besser der Schutz.

IP-Klassifizierungen von INDUSTRILAS-Produkten

Das Industrilas-Produktprogramm besitzt im Wesentlichen zwei Schutzart-Klassifizierungen.

  • IP 54 = Staubschutz und Schutz gegen Spritzwasser. Diese Schutzart gilt als Standard.
  • IP 65 = Staubdicht und Schutz gegen Strahlwasser.

Die höhere Schutzklasse wird dadurch erlangt, dass z.B. das Gehäuse eines Schlosses mit einem O-Ring und einer Flachdichtung oder einer fest verbundenen Dichtung abgedichtet wird.

Ist ein Produkt zur Abdichtung nach IP65 klassifiziert, dann wurde es entweder von einem unabhängigen Labor getestet oder ähnelt in seiner Konstruktion einem anderen geprüften Produkt so weitgehend, dass es unbedenklich nach IP65 klassifiziert werden kann. Dabei ist zu beachten, dass das gesamte Produkt - einschließlich des Gehäuses oder Produktes, in welches es eingebaut wird - klassifiziert wird. Industrilas kann nur bei korrektem Einbau und sachgemäßer Verwendung dafür garantieren, dass die Produkte den angegebenen IP-Schutzarten entsprechen.

Kupfer

Kupfer ist zu 100% recyclingfähig, ohne dadurch seine Eigenschaften zu verlieren. Nach jüngsten verfügbaren Daten stammen 34 % der jährlich weltweit verarbeiteten 22 Millionen Tonnen Kupfer aus wiedergewonnenem Material. Die Lebensdauer von Kupferprodukten schwankt erheblich: zwischen 100 oder mehr Jahren in Gebäuden und nur wenigen Jahren in elektronischen Geräten. Ist Kupfer feuchter Luft, insbesondere einhergehend mit Luftverschmutzung, ausgesetzt, bildet sich eine braune Oxidschicht, die später als grüne Patina in Erscheinung tritt. Diese dünne Schicht schützt vor weiterer Korrosion. Gebräuchliche Kupferlegierungen sind Messing und Bronze, daneben kann aber auch Silber aufgetragen werden. Industrilas setzt Kupfer vorwiegend in kundenspezifisch geforderten Teilen ein.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Messing

Messing ist eine goldfarbene Legierung aus Kupfer und Zink. Es können zwar auch andere Legierungselemente enthalten sein, die gebräuchlichste Messingsorte besteht jedoch aus 65% Kupfer und 35% Zink. Industrilas setzt Messing vorwiegend für Gehäusemuttern, Zylinder-Schlüssel und Scharnierteile ein.

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NEMA-Schutzarten

In Nordamerika wird der Eindringschutz nach den technischen Standards der Normungsorganisation NEMA (National Electrical Manufacturers Association) klassifiziert. Ist ein zur Abdichtung vorgesehenes Produkt von Industrilas nach NEMA 4 eingestuft, ist es entweder von einem unabhängigen Labor geprüft worden oder ähnelt in seiner Konstruktion so weitgehend einem anderen geprüften Produkt, dass es unbedenklich als nach NEMA klassifiziert eingestuft werden kann.

Nichtrostender Stahl

Bestimmte anspruchsvolle Umgebungsbedingungen erfordern besonders haltbarere Materialien. Die Korrosionsbeständigkeit verdankt rostfreier Stahl seinem Chromanteil. Durch einen Chromanteil von ca. 10,5 % bildet sich an der Werkstoffoberfläche eine dünne Passivschicht aus, die den Stahl vor weiterer Oxidation bzw. Rost schützt. Bei Beschädigungen der Oberfläche bildet sich die Chromoxidschicht rasch zurück. Industrilas hält ein breites Sortiment von Verschlüssen, Griffen und Scharnieren aus rostfreiem Stahl bereit. Ist im Katalog nichts anderes angegeben, bezieht sich die Klassifikation „Edelstahl“ auf die Europäische Norm EN 1.4301 entsprechend der Norm AISI 304 des American Iron and Steel Institute.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung. 

O-ring

Ein oder mehrere O-Ringe werden in Industrilas-Produkten z.B. zur Abdichtung zwischen Griff/Betätigung und Gehäuse eingesetzt, um die Schutzart IP65 zu erlangen. Diese O-Ringe bestehen aus NBR (Nitril), einem Werkstoff mit guter Chemikalien- und hervorragender Ölbeständigkeit.

Passivierung

Passivierung ist ein Verfahren, bei dem auf metallischen Werkstoffen, insbesondere nicht rostendem Stahl und Kupfer, durch Eintauchen in eine Säure gezielt eine Schutzschicht erzeugt wird. 

Thermoplast-spritzgiessen

Das Spritzgießverfahren ist ein Vorgang zur Herstellung von Bauteilen aus verschiedenen Thermoplasten. Die Spritzgießmaschine besteht aus einer Spritzeinheit, einer Schließeinheit und einem speziellen Formwerkzeug für jedes einzelne Produkt oder Werkzeug. Die Spritzeinheit wird mit Kunststoff in Form eines Granulats durch einen Einfülltrichter beschickt, der in einen beheizten Zylinder mündet.

Der Schmelzpunkt liegt zwischen 175° und 300° C, die Temperatur ist von dem jeweiligen Werkstoff abhängig. Der Kunststoff wird mit einer Schnecke vorwärts bewegt, die zugleich als Kolben wirkt. Er wird geschmolzen und in einem nicht-kontinuierlichen Verfahren portioniert. Die Werkzeugschließeinheit bleibt solange geschlossen, bis eine ausreichende Menge Kunststoff geschmolzen und der korrekte Druck aufgebaut ist (50-150 MPa). Das in der Regel zweiteilige Werkzeug wird dadurch mit der Schmelze gefüllt, die man dann abkühlen lässt.

Wichtige Faktoren dabei sind die Temperatur der Schmelze, der Druck in der Spritzeinheit, die Temperatur des Formwerkzeugs, die Abkühlungszeit sowie die Abmessungen und Konstruktion des eigentlichen Werkzeugs.

Polyamide (PA)

Industrilas-Produkte werden auch unter Verwendung von spritzgegossenem Polyamid 6 hergestellt. Die Automobilindustrie sowie Hersteller von Haushalts- und Bürogeräten sind die Hauptabnehmer von PA, das sich durch Merkmale wie hohe Verschleißfestigkeit, Zähigkeit, Beständigkeit gegen anorganische Verbindungen, Öle, Schmier- und Kraftstoffe sowie organische Lösungsmittel auszeichnet. Es lässt sich mit Dampf sterilisieren und hat einen niedrigen Reibungskoeffizienten.

Das von Industrilas verwendete Polyamid 6 (PA6) wird für erhöhte Zähigkeit mit Glasfaserverstärkungen in unterschiedlicher Menge - gewöhnlich 30% (GF30) - modifiziert oder je nach Einsatzbereich in der Qualität V-0 entsprechend der Vorschrift UL 94 (Brennbarkeit: Selbstverlöschen der Flamme innerhalb von 10 Sekunden) eingesetzt, um die Eigenschaften des Produktes weiter zu verbessern.

Industrilas setzt PA6 insbesondere wegen seiner hohen Schlagzähigkeit und der guten mechanischen Eigenschaften ein. Der Temperaturbereich für den Einsatz von PA6-Teilen beträgt -30° bis +70° C. Wir fertigen aber auch spritzgegossene Bauteile aus anderen Kunststoffen wie Polycarbonat (PC), Polyoxymethylen (POM), ABS-Kunststoff, Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polystyrol (PS). Zu den aus PA gefertigten Teilen zählen Gehäuse, Einsätze, Griffe, Zungen und Scharniere, allerdings sind alle diese Bauteile auch in anderer Ausführung lieferbar.

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Pullverbeschichten

Das Pulverbeschichten oder die Pulverlackierung ist ein Beschichtungsverfahren, bei dem ein elektrisch leitfähiger Werkstoff mit Pulverlack beschichtet wird. Die bei Industrilas eingesetzte Beschichtungsanlage besteht aus Oberflächenvorbehandlung (Reinigung, Auftragen der  Konversionsschicht), Zwischentrocknung, elektrostatischer Beschichtungszone und Trockner.

Als Vorbehandlungsverfahren wird von Industrilas Bonderit eingesetzt. Die Pulverbeschichtung oder -lackierung erfolgt in einer Anlage mit einer modernen Applikationsausrüstung, die den Pulverlack zunächst elektrostatisch auflädt. Der applizierte Pulverlack ist eine spezielle Rezeptur für die Beschichtung poröser Werkstücke, z.B. aus Zinkdruckguss oder verzinktem Stahl, bei denen es häufig zur Blasen- und Porenbildung während des Vergütens kommt.

Das von Industrilas verwendete Standardpulver enthält Polyester als Bindemittel, das den fertigen Bauteilen besondere Beständigkeit gegen Ausbleichen durch Sonnenlicht verleiht. Nach dem Beschichten lässt man den Lack 20 Minuten in einem elektrisch beheizten Ofen aushärten. Die Vorteile dieses Ofens sind insbesondere bessere Prozessstabilität und die problemlosere Beschichtung von z.B. hellen Werkstücken.

Industrilas ist bestrebt, möglichst viele Produktionsprozesse selbst zu steuern. Der Ausbau der eigenen Pulverbeschichtungsanlage wurde deshalb gezielt zur Steigerung der Flexibilität, Verkürzung der Rüstzeiten, der Verbesserung der Qualität sowie der stärkeren Berücksichtigung des Umweltschutzes durchgeführt.

PVC

Polyvinylchlorid (PVC) ist einer der gebräuchlichsten Kunststoffe. Das thermoplastische Polymer besteht aus mehreren zusammenhängenden Vinylchloridmolekülen und stellt einen der Basiskunststoffe dar. Allein PVC-Material ist allerdings relativ hart und spröde und wird erst durch Zugabe von Weichmachern formbar. Zu dem Produktprogramm von Industrilas zählen PVC-Kantenschutzprofile und die Träger für bestimmte Dichtungsprofile.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Silikon

Silikon ist der Sammelbegriff für grundsätzlich anorganische Polymere, bei denen Silicium-Atome über Sauerstoff-Atome verknüpft sind. Silikon leitet keinen Strom, ist nicht wasserlöslich und relativ beständig gegen Chemikalien. Silikonkitt ist vor dem Aushärten weich und formbar und eignet sich beispielsweise zur Abdichtung von Fugen. Im Industrilas-Produktprogramm sind auch Profile und Dichtungen aus Silikon enthalten, die einer getrennten Lagerhaltung unterliegen. Die Lieferung erfolgt nach Absprache  mit dem Kunden.

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Sintermetalle

Sintern ist der Produktionsschritt nach dem Verpressen der Pulvermasse bei der Herstellung von Werkstücken. Beim Verpressen entsteht der sogenannte Grünling mit hoher Porosität. Beim Sintervorgang schließen sich die Poren des vorgepressten Grünlings durch Erhitzung, und das Bauteil erhält seine endgültigen mechanischen Eigenschaften. Es gibt zwei verschiedene Sintervorgänge: das Festphasen-Sintern findet bei Temperaturen statt, die unterhalb des Schmelzpunktes der am niedrigsten schmelzenden Komponente liegen. Beim Flüssigphasen-Sintern wird ein Teil des Materials bis zu einem Schmelzpunkt aufgeheizt. Dabei entstehen glatte Oberflächen, was die Herstellung komplexer Formen ohne nennenswerte zusätzliche Bearbeitung ermöglicht. Geeignet sind unterschiedliche Werkstoffe wie z.B. nichtrostender Stahl. Industrilas setzt gesinterte Bauteile z.B. für Zahn- und Antriebsräder ein

Solid Components

Industrilas arbeitet seit 2008 mit SolidComponents™. Kunden erhalten dadurch Onlinezugang zu einem digitalen Produktkatalog mit CAD-Support sowie Sofortzugriff auf 3D-CAD-Modelle aller Produkte aus unserem Standardprogramm.

Das System unterstützt alle großen CAD-Programme. Um CAD-Daten herunterzuladen, klicken Sie auf die Teilenummer und wählen Ihre CAD-Plattform aus. Die CAD-Datei wird sofort erzeugt. Über einen Produktkonfigurator können Sie auch eigene CAD-Modelle erstellen.

SolidComponents™ wird von Designern in über 140 Ländern genutzt. Jedes Jahr werden mehrere Millionen CAD-Modelle mit SolidComponents erstellt.

Folgende 2D- und 3D-Formate werden unterstützt:

  • SolidWorks Pro/E
  • Sat
  • Step
  • Parasolid
  • Iges
  • Dxf
  • Dwg
  • SOLIDWORKS

Industrilas nutzt SolidWorks als 3D-CAD-System. Auf dieser Grundlage entwickeln wir seit mehr als 20 Jahren Lösungen für anspruchsvolle Verschluss-, Scharnier- und Dichtungsanwendungen. Unsere Designabteilung arbeitet mit den aktuellen Entwicklungs- und Simulationsprogrammen und nutzt diese beispielsweise zur Konstruktion von Mehrachsen-Scharnieren.

Bei der Entwicklung von Produkten, die optimal auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, stehen Ihnen unsere gesamten Ressourcen zur Verfügung.

Säurebeständiger Stahl

Säurebeständiger Stahl enthält Eisen und Chrom sowie zusätzlich eine bestimmte Menge Nickel und/oder Mangan und kleinere Mengen anderer Metalle wie Molybdän und Titan. Säurefester Stahl kommt in Umgebungen mit besonderer chemischer Belastung zur Anwendung, wie z.B. bei maritimen Umgebungen oder bei Kontakt der Bauteile mit Säuren. Die Stahllegierung mit Chrom und Nickel ist auch unter der Bezeichnung Chrom-Nickelstahl bekannt. Ist im Katalog nichts anderes angegeben, bezieht sich die Klassifikation „säurebeständiger Edelstahl“ auf die Europäische Norm EN bzw. Werkstoffnummer 1.4404 entsprechend der Norm AISI 316L des American Iron and Steel Institute.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Vernickeln

Das Vernickeln dient neben seiner dekorativen Funktion dem Korrosionsschutz, aber auch als Substrat für Verchromungen, Versilberungen und Vergoldungen. Die Bäder bestehen aus Sulfaten, Chloriden und Borsäure (= Watts-Elektrolyt).

Verzinken

Das Verzinken ist das gebräuchlichste Metallüberzugsverfahren, um Stahlbauteile vor Korrosion zu schützen. Die Tauchbäder bestehen aus Zyaniden in alkalischen Flüssigkeiten.

V-0

Das von Industrilas verwendete Polyamid (PA6) ist mit Glasfaser verstärkt, um eine erhöhte Strapazierfähigkeit zu erreichen. Der Anteil der Glasfasern variiert, beträgt aber meist 30% (GF30).

Um die V-0-Anforderungen nach UL 94 zu erfüllen (Entflammbarkeit: selbstlöschend in 10 Sekunden), kann das Polyamid modifiziert werden. Industrilas nutzt PA6 vor allem aufgrund der hohen Stoßverträglichkeit und der guten mechanischen Eigenschaften.

Vgl. auch "Polyamid (PA)“.

VDI 6022 Part 1 (2006-04)

Die Richtlinie VDI 6022 gilt für raumlufttechnischen Anlagen und Räume, in denen sich bestimmungsgemäß Personen mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmäßig länger als zwei Stunden aufhalten.

Sie gilt für alle RLT-Anlagen und -Geräte sowie deren zentrale und dezentrale Komponenten (auch Aggregate, z.B. Rückkühlwerke), die die Zuluftqualität beeinflussen. Die Richtlinie gilt auch für Luftabsaugausrüstung, wenn diese bei Verwendung von Wärmetauschern o.ä. die Zuluftqualität beeinflusst.

Industrilas fertigt z.B. Sichtfenster für Gebläse (RLT-Anlagen) aus Materialien mit nach VDI 6022 nachgewiesener mikrobieller Inertheit. Siehe Produkt ID 5-255.

Zinc (Zamak 5, Z 410)

Zum Industrilas-Produktprogramm zählen Bauteile aus Zinkguss. Wir verwenden dafür als Legierung eine Mischung aus Zink, Aluminium, Magnesium und Kupfer. Für die ZAMAK 5-Legierung haben wir uns wegen ihrer herausragenden Qualitäten in der problemlosen Kombination von Gießvorgang und Oberflächen-Finish entschieden. Gehäuse, Betätigungen, Griffe, Schlüssel und Scharniere stehen als Beispiele für geeignete Druckgussartikel, die aber auch in anderen Materialien lieferbar sind. Bei anspruchsvollen Umgebungsbedingungen, wie z.B. maritime Umgebungen oder bei außen liegenden Fahrzeugbauteilen sowie bei Anwendungen mit dem Risiko erheblicher mechanischer Beanspruchung raten wir allerdings von ZAMAK ab.

Vollständige Materialspezifikationen stellen wir auf Anfrage zur Verfügung. 

Zinkdruckguss

Beim Druckguss wird die heiße, flüssige Schmelze in das Formnest eines Werkzeugs gedrückt, das ganz unterschiedlich gestaltet sein kann. Ist die Schmelze unter Druck erstarrt, wird sie entformt und das Gussteil ist fertig gestellt. Nach dem Vibrationsentgraten und Trocknen kann die Oberflächenbehandlung erfolgen. Hauptvorteile dieses Verfahrens sind die Einhaltung enger Maßtoleranzen und die Herstellung kompliziert geformter Teile von hoher Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit mit feiner Oberfläche.